Lagerhaus.sg
Das Lagerhaus - Urbaner Schmelztiegel

In einer Zeit, da die Städte clean gemacht und weitgehend übersaniert werden und solche Freiräume immer mehr verschwinden, gilt es zu verteidigen, was noch zu retten ist. Es muss verhindert werden, dass die Brachen immer weiter an die Stadtrände verdrängt werden. Denn eine lebendige Stadt braucht solche Freiräume - nicht zuletzt auch für Kulturschaffende im weitesten Sinne.
Marcel Ferrier, Architekt, in Saiten 09/98

Biotop mit Zukunft

Bis in die 80er Jahre diente der 1903 errichtete Gebäudekomplex unweit des St.Galler Hauptbahnhofs als Zollfreilager. 1986, als die Stadt die Lagerhäuser dem kaufmännischen Directorium abkaufte, kam sie auf einen Schlag in den Besitz von 10000 Quadratmetern Grundfläche an zentraler Lage am westlichen Rand der City.

Seither hat sich in diesem städtebaulich markanten Gebäudekomplex ein vielfältiges Biotop kultureller, sozialer und gewerblicher Nutzungen entfaltet. Wer heute einen der drei Haupteingänge der alten Lagerhäuser betritt, findet sich in einem urbanen Klima einzigartiger Prägung. Auf 3 mal 4 Etagen befinden sich hier eine Kunsthalle, Galerien, ein Museum, ein Architekturforum, eine Bibliothek, ein Tonstudio, verschiedene Werkstätten und Ateliers, soziale Projekte, Architekturbüros, Tanz- und Schulungsräume sowie ein Jugendkulturraum.

Mit der 1999 ins Leben gerufenen IG Lagerhaus wollen die Benützerinnen und Benützer das Lagerhaus als ein organisch gewachsenes Kultur- und Begegnungszentrum im weitesten Sinne erhalten, weiterentwickeln und die Chancen, welche die vielfachen nachbarschaftlichen Verhältnisse bieten, synergetisch nutzen und umsetzen.

Ein Ort, an dem Menschen sich begegnen - offen, unvoreingenommen und voll gegenseitiger Neugier. Ein Ort der guten Nachbarschaft von Kultur aller Art, Gewerbe und Handwerk.
Simone & Peter E. Schaufelberger-Brequet, Museum im Lagerhaus, in Saiten 90/98